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Sonntag, 30. Dezember 2012

Auf ein Neues!

Der Winter war ausgesprochen mild bisher im grauen Ostfriesland und so kann man - falls man es noch nicht getan hat - auf Hagebutten-Sammeltour gehen. 

Schließlich sollen ja auch kommendes Frühjahr wieder ein paar neue Sämlinge das Licht der Welt erblicken, oder?

Also waren wir in der letzten Woche auf Tour, um noch ein paar Hagebutten einzusammeln.

Leider war der letzte Sommer so kalt und verregnet, dass es nicht alle Rosen geschafft haben, ihre Hagebutten ganz ausreifen zu lassen.

Bei einigen Rosen hingen noch die verblühten, schwarzen Blüten herab.

Aber wir haben dennoch eine ganz gute Ausbeute gemacht und so hoffen wir, dass einige schöne Sorten dabei sein werden.

Wer also noch keine Hagebutten "geerntet" hat um sie auszusäen, sollte das jetzt schleunigst nachholen!

Und denkt daran, sie nach dem Einsammeln nicht zu warm zu lagern, sonst fallen sie in den Wärmeschlaf und keimen nicht.

Sonntag, 22. April 2012

Rosen richtig schneiden

Für alle, die nicht wissen, wie sie ihre Rosen schneiden müssen, habe ich hier noch ein Video auf Youtube gefunden, in welchem das wunderbar gezeigt wird:

Die eigene Rosenzucht

Es fing ganz harmlos an: Eigentlich wollte ich nur eine Rosensorte nach meiner Freundin benennen lassen - als Geschenk zum Geburtstag.

Ich schrieb also diverse Rosenschulen an, stöberte und postete in Diskussionsforen und war ziemlich schnell ziemlich ernüchtert:
So eine "Rosentaufe" (wie es im Fachjargon heißt) kostet einige tausend bis zehntausend Euro. Ich war schockiert.

Naja, so im Nachhinein war ich auch vielleicht etwas blauäugig an die Sache herangegangen, denn die Zucht einer neuen Rosensorte bis zum Vertrieb ist ein aufwendiger und langwieriger Prozess.
Jetzt, wo ich mich schlauer gemacht habe, weiß ich: Von der Bestäubung bis zur Marktreife vergehen 7 Jahre und mehr, von 50.000 Kreuzungsversuchen schaffen es am Ende vielleicht 5-10 Rosensorten.

"So schnell lasse ich mich nicht unterkriegen" dachte ich mir und stöberte im Internet nach "Hobby-Rosenzüchtern".

Hobbyzüchter, die schon selbst Rosensorten gezüchtet haben, möchten für eine Rosentaufe "nur" 1.000 EUR haben. Aber auch das war mir zuviel, so dass ich beschloss, selbst als Rosenzüchter aktiv zu werden.

Trifft man so eine Entscheidung in der richtigen Jahreszeit, nämlich Ende des Jahres, kann man recht schnell loslegen, auch wenn dabei eine gezielte Zucht noch nicht möglich ist.

Die ersten Versuche

Für den Anfang machen wir noch keine Kreuzungsversuche. Wir möchte nur neue Rosensorten unser Eigen nennen, darum beginnen wir einfach mit der Aussaat von Rosensamen.

I. Einsammeln

Der Anfang ist ganz leicht: Man zieht los und sucht an winterlichen Rosensträuchern (keine Wildrosen, die sind sortenrein) nach komplett ausgereiften Hagebutten. Schnell hat man so eine beträchtliche Zahl eingesammelt, die man zuhause dann schön entkernen kann.

Aber im Gegensatz zu Kirschmarmelade brauchen wir nur die Kerne aus den Hagebutten.

Rosensamen

Ausbeute Rosensamen


II. Aussaat

Zuerst wässere ich die Rosensamen immer ein paar Tage lang. Dabei sieht man schnell, dass einige Rosensamen auf den Boden absinken und einige weiter an der Oberfläche schwimmen. Die schwimmenden Nüsschen sind nicht mehr keimfähig, so sagt man, und die werden meistens aussortiert.
Ich selbst gehe das Risiko nicht ein, dass ich eventuell eine tolle Rosensorte verpassen könnte und so säe ich alle Samen aus. Platz genug ist vorhanden, also warum nicht?

Nun zur eigentlichen Aussaat:
Man nehme magere Anzuchterde, fülle sie in eine flachen Aussaatschale und platziere die kleinen Rosennüsschen in Reihen ca. 1 cm tief im Substrat.

Das Ganze muss jetzt kühl und feucht gehalten werden (wenn es zu warm wird, verfallen die Rosensamen in eine Art "Sommerschlaf" und keimen nicht mehr bis zur nächsten Kälteperiode. Man kann sie aber wieder aufwecken, indem man sie für 2 Wochen in den Kühlschrank verfrachtet), bis alle Samen gekeimt haben.

III. Keimung

Nach ca. 4-8 Wochen strecken sich dann die ersten kleinen Rosen der nicht vorhandenen Sonne entgegen.

Die Freude über die ersten Erfolge sind groß:
Man erkennt die kleinen Rosen meistens sehr gut an den großen, runden, gezackten Blättern und viele Sämlinge haben auch schon die noch weichen Stachelansätze am "Stamm".

Rosensämlinge


IV. Vereinzeln

Nach und nach kommen so viele der gesäten Rosen an die Oberfläche. Sobald sie 4-6 Blätter entwickelt haben, werden sie in eigene Töpfe mit richtiger, gehaltvoller Erde gepflanzt, damit sie genug Nährstoffe für ihre Entwicklung bekommen.

Vereinzelte Rosensämlinge


V. Pinzieren

Wir möchten natürlich einen schönen, buschigen Rosenstrauch und nicht nur ein spieriges Etwas bekommen, darum ist es wichtig, rechtzeitig mit dem Pinzieren anzufangen.
Dazu wird der oberste Neuaustrieb einfach mit den Fingernägeln oder einer Pinzette abgezupft. Das regt den seitlichen Neuaustrieb an und die Pflanze wird später buschiger.

VI. Auspflanzen

Ist die kleine Rose groß genug, kann sie in Freie entlassen werden. Dazu kann man sie einfach aus dem Topf nehmen und sie schön sonnig, ohne dass sie zuviel Wind ausgesetzt ist, pflanzen.
Natürlich weiß man nicht, welche Eigenschaften sie haben wird (Anfälligkeit für Schädlinge, Pilze, usw.), darum ist es wichtig, dass man immer ein Auge auf sie hat und ggf. eingreifen kann.

Rosensämlinge im Rosenbeet
Ausgepflanzte Sämlinge. Noch sind die Namensschilder leer... :-)

VII. Selektion

So ist die Natur: Nur die stärksten bleiben übrig. Und so wird es auch unseren Sämlingen ergehen.

Dadurch, dass wir die Samen von Hybriden, Hundebesitzer würden "Mischlings-Rosen" dazu sagen, ausgesät haben, weiß man nie, was herauskommt.
Die kleinen Rosen tragen ja die Genvielfalt ihrer Vorfahren in sich, sowohl mütterlicher, als auch väterlicherseits. Und so entsteht aus einer Hagebutte eine kleine Vielfalt neuer Rosen mit unterschiedlichen Eigenschaften.

Eigene Rosenzüchtung


Leider sind bei den kleinen Sämlingen auch immer einige kränkliche Pflanzen dabei, die über einen gewissen Grad der Entwicklung nicht hinauskommen. Sie bleiben kümmerlich, setzen schnell Pilz- und Schimmelkrankheiten an und werden nicht alt.

Das mühsame Aufpäppeln dieser Exemplare ist ziemlich sinnlos, auch wenn es am Anfang schwer fällt, sie auszusondern.

Aber einige kräftige Exemplare werden es schaffen und pinziert man sie gleich zu Anfang, entstehen daraus kleine, buschige Rosensträucher.

Einige schießen auch gleich in alle Richtungen aus und man erkennt schnell, dass es sich dabei nur um Bodendecker oder Schlingrosen handeln kann.

Viele Sämlinge fangen noch im selben Jahr an, kleine Blüten zu bilden. Diese erste Blüte kostet der Pflanze aber sehr viel Kraft und so sollte man sie eigentlich gleich entfernen.

Für mich ist es aber immer unheimlich schön, diese ersten Blüten aufblühen zu sehen, weil man schon erahnen kann, wie sie später einmal aussehen wird (nächstes Jahr kann sie aber schon wieder etwas anders aussehen, wenn sie fertig entwickelt ist). 

Erste eigene Rosensorte
Das war meine allererste eigene Rosensorte!
Leider hat sie den Winter nicht überstanden. :-(

Eines merkt man dabei schnell:
Man braucht sehr viel Geduld bei der Rosenzucht, denn man denkt hier nicht in Zeiträumen von Wochen oder Monaten, man muss in Jahren denken, was heutzutage vielen Menschen schwer fällt.

Vielleicht ist es gerade diese Ruhe, die mich so fasziniert, denn hier kann man nichts beschleunigen - es dauert solange es dauert.

Und wenn in diesem Jahr keine schöne neue Rose entstanden ist, dann vielleicht im nächsten...


VIII. Rosentaufe

Das Kind braucht natürlich einen Namen. So ist es selbstverständlich, dass eine neue Rosensorte auch einen würdigen Namen bekommt, wenn sie die Selektionsphase überstanden hat.

Blättert man durch die Rosenkataloge, so sieht man, dass viele Rosen nach bekannten oder unbekannten Persönlichkeiten benannt wurden (Heidi Klum, Nina Weibull), nach Städten (die Stadt Oldenburg hat sich für die Bepflanzung ihrer städtischen Anlagen eine eigene Rosen züchten lassen) oder auch nach ihren Eigenschaften (Duftgold).

Man hat bei der Benennung seiner eigenen Rosen die freie Auswahl, was die Sache noch schwieriger macht!
So haben wir bisher nur eine einzigen Rose mit einem Namen versehen, die bodendeckende Rose mit den kleinen, weißen, duftenden Blüten: Unser "Schneemädchen"

Sämling
Rosablühender Sämling bei erster Blüte
Züchtung "Schneemädchen"
Bodendecker "Schneemädchen"





















Einen ruhigen Sonntag,
Marco

Samstag, 21. April 2012

Literaturtipps zum Thema Rosen

Eines meiner Lieblingsbücher ist die "Rosen Enzyklopädie" von Robert Markley, die unter anderem vom Weltbildverlag angeboten wurde oder auch von BLV.

Sie ist preiswert, sehr informativ und mein absolutes Lieblingsbuch zum Thema Rosen. Leider ist sie vergriffen, aber immer noch gebraucht gut zu bekommen.

Also, mein absoluter Geheimtipp zum Thema Rosenliteratur!

Marco

Rosenschulen und -verkauf

Wer für seinen Garten ein paar neue Sorten sucht, der sollte sich einmal die Kataloge der namhaften Rosenschulen bestellen.

Neben den wichtigsten Informationen finden sich auch meistens viele Bilder zu den Rosensorten, so dass man schnell herausfinden kann, welche Sorte am Besten in den Garten passt. Wichtig ist natürlich, dass man genau weiß, wo welche Rose einmal ihren Platz finden soll, denn die Ansprüche verschiedenster Sorten sind meistens genauso vielfältig.

Unsere bekanntesten Rosenschulen mit einem riesigen Sortiment sind:

Kordes Rosen

Tantau Rosen


Nur um einige zu nennen.

Die Firma Schultheis (spezialisiert auf überwiegend historische und alte Rosen) hat ihren Sitz übrigens im schönen Steinfurth, einem Stadtteil von Bad Nauheim bei Frankfurt/Main.

Es wird auch das "Rosendorf" genannt, weil sich hier eine Rosenschule an die nächste reiht. Für Rosenfans ist es übrigens ein absolutes Muss, dort einmal in den Rosenmonaten Juni/Juli gewesen zu sein!

Liebhaber moderner, englischer Rosen (robuste Sorten mit stark gefüllten Blüten und herrlichem Duft meistens) finden hier reichlich Stoff:

Peter Beales - Classic Roses

Austin Roses (deutsche Webseite)

Sie liefern auch nach Deutschland.

Tipps für Stecklinge

Zum Thema Stecklingsvermehrung möchte ich gerne noch einige Erfahrungswerte weitergeben, die wir in den letzten Jahren gesammelt haben. 

Vergesellschaftung

Zum Einen hatte ich ja schon angemerkt, dass Rosenstecklinge, die zu Mehreren in Töpfe gesteckt wurden - auch wenn sie jeweils eigene Gläser besaßen - nicht gut funktionierten. Meistens verfaulten sie relativ schnell und von den 5 Stecklingen blieb mit ein wenig Glück vielleicht einer übrig. 
Also lieber mehr Töpfe nutzen, auch wenn sie dann natürlich viel mehr Platz verbrauchen. Das Resultat ist einfach besser und darum geht's ja letztlich. 

Direkt im Garten stecken

Was mitunter auch gut klappt ist, die Stecklinge direkt im Garten in den Boden zu stecken. Besonders die New Dawn ist da nicht wählerisch und gedeiht prächtig!
So habe ich letztes Jahr eine ganze Reihe Stecklinge nebeneinander gesteckt und kann sie jetzt im Frühjahr an ihren Bestimmungsort verpflanzen. 

Ehemaliger Steckling einer unbekannten Rose im ersten Jahr nach dem Stecken
Bewurzelungspulver

Bewurzelungspulver ist eine Geheimwaffe, die eine Stecklingsvermehrung noch effektiver machen soll. Dieses Pulver ist ein Wurzelhormon der Pflanze, die sie dazu anregt, Wurzeln zu bilden, was ja das A und O für uns ist. Aber hier gibt es große Qualitätsunterschiede, denn die verschiedensten Pülverchen funktionieren teilweise überhaupt nicht.

Rhizopon, so heißt das gute holländische Zaubermittelchen. Doch es ist leider in Deutschland zur Zeit nicht zu bekommen, laut Rhizopon-Hersteller.


Aber dieses Pulver funktioniert! Dazu taucht man den Steckling mit der Schnittstelle unten kurz in das Pulver und steckt ihn dann in den Boden. 


In einer Zeit freien Internethandels ist das heute aber ja kein Problem mehr...

Bodenbeschaffenheit und Wasser

Auch beim Thema Boden und Wässern kann man viel falsch machen, so mussten wir in der Vergangenheit feststellen.
Der ideale Boden ist locker, besitzt wenig Nährstoffe und damit wenig Bakterien, die unserem Steckling zusetzen könnten.
Denn der häufigste Grund, dass der Steckling nicht will ist der, dass er unten fault. Einige Leute mixen der Erde noch geriebene Holzkohle bei um dem vorzubeugen, aber ausprobiert habe ich das bisher selbst noch nicht. Vielleicht sollte ich das mal tun.

Um dem Gammel vorzubeugen sollte man auch beim Wasser sparsam sein. Natürlich brauchen sie Wasser um zu leben, aber man sollte nur moderat gießen, damit der Steckling dazu angeregt wird, möglichst viele Wurzeln zu bilden.
Außerdem fault er schneller, wenn der Boden naß ist und er kann nicht atmen - er "ertrinkt" dann förmlich, auch wenn er schon Wurzeln gebildet haben sollte.

Gläser als Mini-Gewächshaus

Die überstülpten Gläser sorgen für das richtige Klima unseres Stecklings und sind deshalb sehr wichtig. Sie sorgen für ein "gespanntes" Microklima, also eine mit Wasser gesättigte Luft aus der unser Steckling seinen Wasserbedarf mit Hilfe seiner Blätter stillen kann bevor er Wurzeln gebildet hat.

Dass die Gläser komplett sauber sein müssen, damit sich kein Schimmel bildet, versteht sich von selbst.
Aber das Material - Glas oder Kunststoff - ist auch ein interessanter Faktor. Gefühlt funktioniert Kunststoff besser, vielleicht, weil das UV-Licht Glas nicht durchdringen kann, Kunststoff jedoch schon. Ich weiß es nicht.
Auf jeden Fall muss man auf Schimmel achten, der sich leicht unter dem Glas bilden kann. Kurz entlüften kann man die Stecklinge regelmäßig schon, aber wenn man das Glas zu lange abnimmt, sieht man schnell, wie der Steckling schlapp wird. Also nicht übertreiben!

Der richtige Zeitpunkt

Der beste Zeitpunkt, Stecklinge zu stecken ist Ende Juni, wenn die ersten Blüten gerade verblüht und die Triebe voll ausgereift sind.

Dann hat der Steckling bis zum Winter noch genügend Zeit, Wurzeln zu bilden und sich für den Winter zu rüsten, denn nicht jeder hat ein frostfreies Gewächshaus, in dem er die Stecklinge über den ersten Winter bekommt.

Mitunter blühen Stecklinge schon nach wenigen Wochen, aber diese Blüten sollte man schnell entfernen, kosten sie ihm doch zuviel Kraft, die er zum Wachstum brauchen könnte.


Mit diesen Tipps dürfte das Thema Stecklingsvermehrung nicht mehr schiefgehen. Ich wünsche allen, die es ausprobieren möchten viel Spaß und viel Erfolg dabei! Es macht einen Riesenspaß!

Marco

Freitag, 20. April 2012

Zur Stecklingsvermehrung noch einige Anmerkungen

Die wundersame Stecklingsvermehrung funktioniert nicht mit allen Rosensorten gleich gut. Wie ich ja schon schrieb ist die New Dawn eine hervorragende Sorte, um diese Vermehrungsart auszuprobieren.



Auch bei einigen Schnittrosen aus dem Blumenladen hatte ich schon Erfolge, aber hier muss man - wie überall natürlich auch - die Rechtssituation beachten:

Die meisten der im Handel vertriebenen Rosensorten sind geschützt, also ist die Vermehrung und der Vertrieb dieser Arten verboten (es sei denn, der Rechteinhaber willigt ein, was er sicher nicht tun wird, denn wie wir noch sehen werden, steckt in jeder Rosensorte jahrelange Arbeit und damit viel Geld).
Bei der Vermehrung für eigene Zwecke bin ich mir nicht sicher, aber ich würde besser davon abraten, möchte man keinen Ärger bekommen.

Bei alten Rosen sieht das schon wieder anders aus, denn der Sortenschutz läuft nach einigen Jahrzehnten aus: Eine "New Dawn" von 1931 (sie war die erste Rose mit Sortenschutz überhaupt) oder eine "Madame Hardy" von 1832 (übrigens auch eine wunderschöne, schneeweiße und herrlich duftende Rose, allerdings nur einmalblühend!) sind gute Objekte, um diese Methode auszuprobieren.

Bei den Schnittrosen kommt außerdem dazu, dass die meisten Exemplare hier im Handel aus südlichen Gefilden stammen (Ecuador, Kenia) und damit auch nicht frostresistent. Ein Auspflanzen im Garten ist damit dann also auch nicht möglich (außer, man möchte einjährige Rosen ;-). So sind die Schnittrosen dann dem Frost zum Opfer gefallen...

Noch ein Grund mit, sich an alte Arten zu halten.

New Dawn Steckling bei der ersten Blüte


Bevor man jetzt mit der Rosenschere nachts loszieht, um in sämtlichen Nachbarsgärten ein paar Triebe der schönsten Rosen zu stehlen noch einige Anmerkungen:

Würde jemand bei mir im Garten nachts Triebe meiner Rosen abschneiden und stehlen, wäre ich natürlich stinksauer.

Darum bitte ich Euch, falls Ihr das ausprobieren wollt, doch lieb zu fragen, ob Ihr einige Rosentriebe bekommen könnt. Das funktioniert natürlich besonders gut im Frühjahr (wenn die Forsythie blüht), weil dann der Rosenschnitt gemacht wird.

Und manchmal entwickelt sich so eine Frage schnell zu einer netten Plauderei über Gärten, Rosen und ihre Vermehrung.

Also, statt sich Feinde zu machen lieber Rosenfreunde machen!

Marco




Rosenvermehrung, Teil 1: Stecklingsvermehrung


Auf den trivialen Fall des Kaufs und des Einpflanzens einer Rose als wurzelnackte Rose oder Containerware gehe ich nicht ein, dafür gibt es schließlich genügend Literatur.

Auch die Wahl des Standortes und der Bodenvorbereitung, des richtigen Schnitts ist erst einmal nicht mein Thema, denn ich schreibe zur Rosenzucht und -vermehrung, weil es zu diesem Bereich leider viel zu wenig Infos, auch im Internet gibt.

Rosenvermehrung durch Stecklinge 

Wie das geht, beschreibe jetzt einmal ausführlich, denn der geneigte Leser wird die wundersame Vermehrung Schritt für Schritt nachmachen wollen. Rosen vermehren will ja schließlich jeder, wenn er ganz ehrlich zu sich selbst ist...(nicht jeder ist das zugegebenermaßen).

Zuerst braucht man für so eine Vermehrung ein paar Dinge, die der Besitzer des grünen Daumens (nicht Hulk) auf jeden Fall im Haus hat:

Einen Blumentopf (groß genug), ein wenig magere Pflanzenerde (Genug für groß genügenden Topf), ein Trinkglas oder Weckglas (Nein, das hat nicht der Peter Weck erfunden), eine (Rosen-) Schere und natürlich eine Rose, die als Organspender dient.

Ich habe sehr, sehr gute Erfahrungen mit der Kletterose "New Dawn" gemacht:
Diese Rose von 1931 (also nicht mehr geschützt) lässt sich sehr gut durch Stecklinge vermehren. Außerdem ist sie robust, frosthart, duftet und hat sehr gesundes Laub - kurzum: Eine tolle Rosensorte für den Anfang!

Nun zum praktischen Teil: Man schneide nun von der Spenderrose einen Trieb mit mindestens vier Augen ab, besser fünf:



Von diesem Trieb schneidet man oben - falls vorhanden - die Blüte ab. Dazu alles, was sonst noch so herauswuchert - bis auf das oberste Blattpaar, das lässt man stehen, kürzt es aber um die Hälfte ein:


Dazu sentfernt man die Stacheln (ja, es sind Stacheln, keine Dornen! Jeder, der nicht weiß, warum, sollte mal in die Wikipedia schauen).

Dann steckt man den Trieb so weit in den mit Erde gefüllten Topf, dass nur noch unser gekürztes (wie unsere Grundrenten)  Blattpaar heraus schaut.



Nun noch etwas wässern und am Ende stülpt man das Wasserglas darüber - als Mini-Gewächshaus:



Achja:
Gute Erfahrungen habe ich halbierten mit PET-Flaschen statt Gläser gemacht. Woran das liegt lässt sich schwer sagen, man muss das einfach einmal ausprobieren.
Und noch etwas: Stecklinge mögen keine Vergesellschaftung, also immer nur einen Steckling pro Topf!

Juhuu: Der Steckling lebt!
Jetzt stellt man das Grün-Experiment halbschattig in den Garten und wartet...

Nach wenigen Wochen bilden sich die ersten, zarten, grünen Triebe aus - ein Zeichen, dass unser Trieb noch lebt (sonst hätte er sich längst schwarz geärgert und stinkt) und Wurzeln bildet.

Wenn er nicht mehr unters Wasserglas passt, kann man ihn ins Freie entlassen. Kaum zu glauben, dass das nicht jeder macht, denn einfacher geht es kaum.


Und so tummelten sich nun bei meiner Freundin und mir zeitweise um die sechzig Rosen und warten darauf, einmal alles für tolle Blüten geben zu dürfen.

Die so entstandene Rose ist übrigens wurzelecht und das Problem mit Wildtrieben kann gar nicht erst aufkommen!

Einige bereits austreibende Rosenstecklinge (linke Reihe) im Gewächshaus
Viel Spaß beim Nachmachen!

Marco

Wie alles begann

Hier hat alles angefangen:
In diesem kleinen Gewächshaus in Westoverledingen begannen unsere ersten Versuche mit dem Ziehen und der Pflege von Rosen.



Es steht auf dem Nachbargrundstück meiner Eltern. Als wir es das erste Mal sahen, war es heruntergekommen, der Innenraum voller Sperrmüll und sogar einige Scheiben waren schon zu Bruch gegangen.

Wir fragten die Besitzerin, ob wir es renovieren und für unsere Rosenzucht nutzen dürften und sie war froh, dass sich jemand um das verfallene Schmuckstück kümmern würde.

Mit einigen Dosen Farbe, einer neuen Fensterscheibe und großem Enthusiasmus gingen wir an die Arbeit und machten aus dem verfallenen Schuppen unser erstes Rosenzucht-Gewächshaus - ein kleines Schmuckstück!

Nachdem wir unsere ersten Rosen noch gekauft hatten, begannen wir kurz darauf, Rosen durch Stecklinge zu vermehren und landeten schließlich bei der Rosenzucht.

Ich möchte in diesem Blog allen Neulingen und an der Rosenzucht Interessierten ein paar meiner persönlichen Erfahrungen weitergeben, denn man kann viele Fehler machen in diesem Hobby.

Doch alle Arbeit und Mühe oder die Enttäuschung, wenn etwas nicht so gelaufen ist, wie es sollte, sind plötzlich egal, sieht man die erste Blüte seiner eigenen Rosensorte aufblühen!

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern viel Spaß beim Gärtnern und Rosenzüchten!

Marco Schaa